Fremdkapital

Was ist Fremdkapital?

Eine einfache Fremdkapital Definition liefert die Betriebswirtschaftslehre. In der Betriebswirtschaftslehre ist Fremdkapital das Gegenteil von Eigenkapital. Das Fremdkapital ist jener Teil des Kapitals, der von anderen Kapitalgebern (auch Gläubiger genannt) stammt. Also ist Fremdkapital als eine Art Schulden, nämlich Verbindlichkeiten und Rückstellungen eines Unternehmens zu betrachten. Fremdkapital bildet jenen Kapitalteil des Unternehmens, der nicht den Eigentümern der Firma selbst, sondern fremden Kapitalgebern (Gläubigern) gehört.

Fremdkapital ist in der Bilanz aus der Passivseite ersichtlich: es umfasst die Verbindlichkeiten und die Rückstellungen. Das Fremdkapital lässt sich somit ganz einfach durch die Addition der genannten Bilanzposten des Unternehmens berechnen.

Man zählt zu den Rückstellungen Fremdkapital, Verbindlichkeiten, passive Rechnungsabgrenzungs-posten und passive latente Schulden.

Was ist der Unterschied zwischen langfristiges und kurzfristiges Fremdkapital?

Langfristiges Fremdkapital wird auch langfristige Verbindlichkeiten genannt. Es handelt sich um fremdes Kapital, das der jeweilige Kreditnehmer über mehrere Jahre nutzen kann. Die Fristigkeit dieses Kapitals beträgt mindestens fünf Jahre.

Aufgrund des langfristigen Planungshorizont können Unternehmen über einen langen Zeitraum hinweg ihre Planung erstellen und gemäß dieser Planung wirtschaften.

Dank eines langfristigen Kredites lassen sich umfangreiche Projekte finanzieren. Selbstverständlich lassen sich mit langfristigem Fremdkapital nicht nur große Projekte finanzieren, es können auch Werte aus dem Anlagevermögen finanziert werden. Abschreibung ist eine Möglichkeit, um die Tilgung des Kredites durchzuführen. Bei der Bilanzierung befindet sich langfristiges Fremdkapital auf der Passivseite und umfasst alle Positionen, die einen Anspruch gegen das Unternehmen haben. In der Regel wird langfristiges Fremdkapital von größeren Wirtschaftsunternehmen oder staatlichen Einrichtungen bei einem Kreditinstitut in Anspruch genommen. Die Bonität des Unternehmens, das das langfristige Fremdkapital in Anspruch nehmen möchte, spielt eine ausschlaggebende Rolle.

Kurzfristiges Fremdkapital hingegen bezeichnet man auch als kurzfristige Verbindlichkeiten. Im engeren Sinne zählen zum kurzfristigen Fremdkapital alle Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von bis zu 3 Monaten. Weiter gefasst zählen auch Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten zum kurzfristigen Fremdkapital. Das kurzfristige Fremdkapital wird genau wie das langfristige Fremdkapital in der Bilanzanalyse auf der Passiv-Seite zusammengefasst und zum Rückzahlungsbetrag bewertet. Zum kurzfristigen Fremdkapital gehören langfristige Verbindlichkeiten, deren Restzahlung im aktuell betrachteten Geschäfts- beziehungsweise Wirtschaftsjahr fällig ist. Außerdem zählt man Bank- und Lieferantenkredite, Kundenanzahlungen und Wechselverbindlichkeiten zum kurzfristigen Fremdkapital.

Wie funktioniert Fremdkapital?

Im Prinzip handelt es sich bei Fremdkapital um die Aufnahme von Schulden. Als Fremdkapital bezeichnet man das durch Schuldenaufnahme finanzierte Kapital eines Unternehmens. Der Kapitalgeber ist bei dem Prozess nicht beteiligt, sondern er fungiert lediglich als Gläubiger. Mit dem Fremdkapital werden das Anlage- und das Umlaufvermögen finanziert.

Was sind die Unterschiede zwischen Fremdkapital und Eigenkapital?

Eigenkapital/Fremdkapital unterscheiden sich in vielen Punkten. Eigenkapital ist teurer als Fremdkapital: aus diesem Grund kann es für ein Unternehmen attraktiv sein viel Fremdkapital zu haben. Warum ist das so? Fremdkapitalkosten (Zinsen) sind in den meisten Ländern steuerabzugsfähig. Eigenkapitalkosten (der Verzicht auf Zinserträge durch Investitionen) jedoch nicht.

Außerdem haben Fremdkapitalgeber grundsätzlich keinerlei Mitbestimmungsrechte in einem Unternehmen. Ein Unternehmen müsste diese Mittbestimmungsrechte dann abgeben, wenn es beispielsweise Kapital in Form eines weiteren Gesellschafters aufnimmt.

Daraus schließt sich, dass ein Gründer eher zu Fremdkapitalfinanzierung greifen sollte als zur Eigenkapitalfinanzierung, sofern er die volle Kontrolle über das Unternehmen behalten möchte.

Was sind Vor- und Nachteile von Fremdkapital?

Neben all den genannten Vorteilen gibt es selbstverständlich auch Nachteile für Unternehmen, wenn es Fremdkapital einsetzt. Beim Einsatz von Eigenkapital können Unternehmen im Normalfall höhere Gewinne erwirtschaften als mit dem Fremdkapital. Hauptgrund hierfür ist, dass Banken im Regelfall für ihre Kredite hohe Sicherheitsleistungen und Zinsen verlangen. Ein weiterer Vorteil von Eigenkapital ist, dass es zeitlich unbegrenzt zur Verfügung steht. Firmen, die ein hohes Eigenkapital vorweisen können, erhalten oft günstigere Kredite als Unternehmen mit hohen Schulden.

 

Fremdkapital, Eigenkapital oder Mischform?

Es kommt immer auf die jeweilige wirtschaftliche Situation und die Zielsetzung sowie die Strategie eines Unternehmens an.

Wann ist Fremdkapital für ein Unternehmen sinnvoll?

Prinzipiell ist es nicht immer zwangsläufig gut Fremdkapital aufzunehmen. In vielen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein auf Fremdkapital zurückzugreifen – auch für wirtschaftlich gesunde Unternehmen.

Was sollte man unbedingt beim Fremdkapital noch beachten?

Unternehmen, unabhängig von der Branche, sollten darauf achten, dass das Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital möglichst ausgewogen ist. Im besten Fall überwiegt sogar das Eigenkapital. Unternehmen, die Fremdkapital in Anspruch nehmen (egal ob kurzfristiges oder langfristiges Fremdkapital) muss entsprechende Schuldendienste leisten. Die Gläubiger übernehmen keine Haftung. Anspruch auf Tilgung und gegebenenfalls auch auf Zins hat der Gläubiger jedoch Anspruch.

Wichtig für Unternehmer, die Fremdkapital in Anspruch nehmen, ist, dass der Kapitalgeber keinerlei Mitwirkungsrechte in der Unternehmensleitung haben. Beim Fremdkapital sind die Verzinsungs- und Rückzahlungsansprüche immer unabhängig vom Erfolg des Kreditnehmers.

Im Falle einer Insolvenz genießt der Fremdkapitalgeber eine bevorzugte Stellung gegenüber anderen Gesellschaftern des Unternehmens ein.

Nutzt LIP Invest Fremdkapital?

Im Laufe der letzten Jahre hat sich LIP Invest als Experte im Bereich Logistik etabliert.

Als erfolgreicher und bekannter Asset Manager in der Logistikbranche hält LIP Invest zahlreiche Logistikimmobilien im Bestand ihrer Logistikimmobilien Fonds. Auch LIP Invest greift bei den Ankäufen von Logistikimmobilien auf Fremdkapital zurück.

Bei vielen Unternehmen ist es sinnvoll die Logistikprozesse effizienter zu gestalten, dass die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen verbessert wird. Oft macht es Sinn, dass sich Unternehmen für diesen Teilbereich eine geeignete Logistikberatung zur Seite holt. Bei den empfohlenen Maßnahmen lohnt es sich oft, dass Fremdkapital für deren Umsetzung zum Einsatz kommt.

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