Die Logistikimmobilie der Zukunft

Die Logistikimmobilie der Zukunft

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Nachfrage nach Logistikimmobilien auf Investoren- und Nutzerseite boomt wie nie zuvor. Die Frage, die den Markt aktuell beschäftigt ist, ob sich die Immobilien massiv weiterentwickeln müssen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Wird das Regal der Logistikimmobilie wirklich dem hauseigenen Roboter in absehbarer Zeit mitteilen, dass es aufgefüllt werden muss und welche Auswirkungen hat das auf die Gestaltung der Immobilien oder ist das bislang noch Zukunftsmusik?

Julia Olivia Oechsler

19

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Feb

2018

Die Bedeutung des Innovationsdrucks für die Logistik

Egal ob im B2B- oder B2C-Bereich – die Relevanz einer effizienten Logistik steigt und rückt ins Zentrum der Unternehmensstrategie. Unternehmen sind über Branchen hinweg quasi zur kontinuierlichen Innovation gezwungen. Das Thema Digitalisierung ist dabei allgegenwärtig. Sie beeinflusst den Prozess von der Zulieferung und Produktion über die Einlagerung bis zum Versand. Liefersysteme und Produktionsprozesse verschmelzen miteinander und werden nunmehr als integrierter Teil der gesamten Wertschöpfungskette verstanden. Bei der Belieferung von Endkunden sind die wachsende Anzahl an Paketen und Erwartungen in Bezug auf Angebotsvielfalt und Liefergeschwindigkeit ausschlaggebend. Gleichzeitig müssen Unternehmen mit immer dichteren Verkehrsströmen zurechtkommen.

Ist der 3D-Druck die ultimative Revolution?

Auch wenn das Produktionsverfahren noch vergleichsweise teuer ist, ermöglicht der 3D-Druck heute schon die Herstellung von Produkten mit digitalen Bauplänen anstatt spezieller Werkzeuge. Mit der Möglichkeit, die Produktion näher zum Endkunden hin zu verlagern, können Transportkosten, aber auch Bestände reduziert werden. Eine Regionalisierung von Produktions- bzw. Logistikstandorten ginge damit einher. In der Ersatzteilversorgung eröffnet die Technologie ganz neue Möglichkeiten, auf die Lagerung unzähliger Variantenteile verzichten zu können. Die Zusammenlegung von Produktions- und Logistikprozessen in Cross-Docking-Hallen, bei welchen die Rohstoffe auf der einen Seite angeliefert und die gedruckten Fertigprodukte auf der anderen Seite zur Auslieferung in LKWs verladen werden, wäre ein mögliches Zukunftsbild.

Somit kann der 3D-Druck nach und nach zu einer Veränderung der Logistikimmobilie und deren Funktion führen. Zumindest so lange, bis 3D-Druck für den Endverbraucher erschwinglich wird – dann ergeben sich wieder völlig neue Perspektiven.

Welchen Einfluss hat Industrie 4.0 auf die Gestaltung der Logistikimmobilie?  

Dass wir unser Paket heute online verfolgen können, ist mittlerweile schon ein alter Hut. Dies ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt von den Möglichkeiten, die wir in der Zukunft haben werden. Künftig wird es noch mehr Automatisierung und Vernetzung bei der Logistik geben. Diese Entwicklung wird sich in weiteren Bereichen der Logistik fortsetzen. Regale, Fahrzeuge, Container und selbst das Gebäude sollen smart werden. Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine wird zur Normalität. Doch was genau kann man sich darunter vorstellen? Menschen und Roboter kommunizieren über sogenannte cyberphysische Systeme. Intelligente Regale in Logistikimmobilien oder Fahrzeuge mit denen interagiert werden kann sind Beispiele hierfür. Die Interaktion mit Fahrzeugen oder anderen Objekten wird durch Sensoren gesteuert, die physikalische oder chemische Reize aufnehmen können um dann mit elektrischen Signalen darauf zu regieren.

Ein Beispiel, um dieses System zu veranschaulichen: Ein Regal „erkennt“, dass sich der Bestand reduziert und neu befüllt werden muss. Das Regal gibt einem Roboter automatisch das entsprechende Signal für die Nachschubversorgung. Der Roboter holt die entsprechende Ware und befüllt das Regal.

Ist es wirklich notwendig die Immobilien umfassend anzupassen?

Der Einsatz von cyberphysischen Systemen und Robotern wird keinen revolutionären Einfluss auf die Gestaltung von Logistikimmobilien haben. Allerdings werden die Anforderungen an Flexibilität und Drittverwendungsmöglichkeit steigen. Weitere Faktoren, die künftig eine größere Rolle spielen werden, sind ein leistungsfähiges Daten- und Stromnetz sowie eine intelligente Gebäudetechnik und ggf. Ladestationen für E-Mobilität. Zudem ist damit zu rechnen, dass aufgrund des höheren Stromverbrauchs der Bezug sowie die eigene Herstellung regenerativer Energien wichtiger werden. Da Roboter und vernetzte Systeme zunehmend Aufgaben von Menschen übernehmen werden, geht der Bedarf an menschlichen Arbeitskräften in manchen Bereichen schrittweise zurück, sodass ein abnehmender Flächenanteil von Büros und Sozialflächen möglich ist. Insgesamt ist somit nicht von revolutionären Veränderungen, sondern vielmehr einer evolutionären Anpassung der Logistikimmobilien an veränderte Bedingungen zu rechnen.

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