Brexit - Auswirkungen auf die Logistik

Brexit - Auswirkungen auf die Logistik

Großbritannien wird sich aus der EU verabschieden. Die Auswirkungen auf den gesamten Weltmarkt lassen sich bislang nur grob erahnen. Beim Forum Automobillogistik 2018 der BVL in Frankfurt wurden speziell die Wirkungen des Brexits auf die Automobilindustrie und die Logistik adressiert.

Natalie Weber

5

.

Feb

2018

Die Entscheidung ist gefallen: Großbritannien wird sich aus der EU verabschieden. Beim Forum Automobillogistik 2018 der BVL in Frankfurt wurden die Wirkungen des Brexits auf die Automobilindustrie und die Logistik adressiert. Auch wenn über die tatsächlichen Auswirkungen des Brexit derzeit nur spekuliert werden kann, tendieren die Meinungen dazu, dass die Wirtschaft Großbritanniens weit mehr davon betroffen sein wird als die europäische. Noch ist unklar, welchen Status die zukünftigen Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien annehmen werden. Von einer Rückkehr zu den Handelsrichtlinien der WTO mit einer Wiedereinführung von Zöllen bis zum norwegischen Modell mit Zugang zum EU-Binnenmarkt ist theoretisch alles denkbar.

Die Auswirkungen eines harten Brexits

Der Abschwung der britischen Industrie, der 1986 mit der Finanzmarktliberalisierung begann, hat zu einem starken regionalen Ungleichgewicht bei der BIP-Verteilung geführt und entsprechenden Unmut in Teilen der Bevölkerung abseits des Finanzmarktzentrums London verursacht. Durch den EU-Austritt steht jedoch ein weiterer BIP-Rückgang bevor. Vor allem in der Automobilindustrie sind die EU und Großbritannien stark miteinander verflochten. Die Exporte aus der EU nach UK fallen dabei deutlich höher aus als die Importe in die EU. Im Falle eines harten Brexits droht eine schnelle Schließung und Verlagerung von Standorten in Großbritannien. Profitieren könnte davon die Immobilienwirtschaft auf dem Festland. Für die Logistikbranche herrscht derzeit noch ein relativ unklares Regelwerk. Die Abspaltung wirkt sich beispielsweise auf die bestehenden Flugrechte aus. So könnten alte Luftverkehrsabkommen reaktiviert werden, die bestehende Rechte außer Kraft setzen. Mit einer Verlagerung von Güterverkehren auf die Straße ist in diesem Fall zu rechnen. Nachdem der erste Schock überwunden ist, geben sich die deutschen Logistikunternehmen entspannt. Mit dramatischen Beeinträchtigungen wird kaum gerechnet. Nun heißt es abwarten, welches Szenario die Austrittsverhandlungen tatsächlich ergeben.

Weitere Mitteilungen