Logistikimmobilien so gefragt wie Gold? Rückblick auf die Euroforum Jahrestagung „Logistik-Immobilie 2022“

Logistikimmobilien so gefragt wie Gold? Rückblick auf die Euroforum Jahrestagung „Logistik-Immobilie 2022“

LIP Invest war Anfang Februar bei der diesjährigen Euroforum Jahrestagung „Logistik-Immobilie“ und durfte die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag einleiten.

Fiona Nitschke

9

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Feb

2022

Die zwei Tage standen unter dem Motto „Boomfaktor Logistik – Wo liegt die neue Balance zwischen Angebot und Nachfrage?“ und vermittelten einen Überblick zu Marktlage, Trends, Chancen und Herausforderungen der Branche.

Nach einer rein digitalen Veranstaltung im letzten Jahr, welche die Moderatoren Rainer Koepke (CBRE), Uwe Veres-Homm (Fraunhofer SCS) und Moritz Schönleber (Handelsblatt) als „spannende Erfahrung in Fernsehstudio-Atmosphäre“ bezeichneten, traf sich die Branche dieses Jahr wieder persönlich.

Nach der Einleitung durch die Moderatoren, die einen Überblick über die aktuelle Marktlage gaben, eröffnete Natalie Weber, Prokuristin und Head of Fund Management die Veranstaltung mit ihrem Impulsvortrag „Strategien 2022 – Zwischen Übernachfrage und Innovationsdruck”. Hierbei zeigte sie auf, wie das Investmenthaus LIP Invest mit Anlagedruck, sinkenden Renditen und Angebotsknappheit umgeht und gleichzeitig Themen wie ESG integriert.

Natalie Weber (Prokuristin & Head of Fund Management) gibt den einleitenden Impulsvortrag.

Am ersten Tag standen die Nutzer und Investoren der Branche im Fokus. Investoren diskutierten die Nachhaltigkeit des Logistiktrends und wie man bei der aktuellen Marktlage erfolgreich agieren kann. Sind bisher weniger beachtete Standorte eine mögliche Alternative zu den bekannten Logistikregionen? Gerade für größere Projekte scheint diese Entwicklung aufgrund der begrenzten Flächenverfügbarkeit unaufhaltbar. Sind Investoren mittlerweile bereit, für Gebäude mit hohem ESG-Standard einen höheren Kaufpreis zu zahlen? Diese Frage konnte nicht abschließend geklärt werden, da bei der Kaufpreisfindung zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden und einzelne ESG-Kriterien nicht separat bepreist werden.

Dass die Produktverfügbarkeit bzw. Flächenverfügbarkeit auch bei den Nutzern eine sehr große Rolle spielt und Teil des Unternehmenserfolgs ist, zeigte die Diskussion mehrere Vertreter namhafter Logistiker. Die aktuelle Marktlage und die hohe Bedeutung von Logistikimmobilien für Investoren und Nutzer gleichermaßen fasst die Aussage von Armin Köller, CEO Metro Logistics Germany, sehr gut zusammen: „Logistikimmobilien sind momentan wie Gold“ – knapp, begehrt und hochpreisig. Vielleicht auch so sicher und risikoresistent?

Natalie Weber im Gespräch mit Rainer Koepke (CBRE)

Neben spannenden Vorträgen bot der erste Konferenztag den Teilnehmenden Platz für Gespräche und Austausch. Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Dinner, bevor der Tag im Kaminzimmer bei weiterem Networking ausklang.

Der zweite Konferenztag ermöglichte den Teilnehmenden mit der Besichtigung des neuen Logistikzentrums von reuter.de in Rheindahlen einen Einblick in die Praxis. Es handelt sich um ein ca. 30.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum, welches komplett ohne zusätzliche Brandwände in der Halle errichtet wurde. Ein Gebäude, das auch die Branchenexperten nicht jeden Tag zu Gesicht bekommen. Auf dem Rückweg noch ein kurzer Halt im Regiopark Mönchengladbach, in dem man Fashionlogistik hautnah erleben kann. Hier nutzen Zalando, Esprit und Primark tausende Quadratmeter Logistikfläche.

Projektentwickler und Bauunternehmen standen am zweiten Tag im Fokus. Innovative Konzepte wie Brownfields, Well Building, Cradle-to-Cradle und Themen wie Energieeffizienz sowie weitere ESG-Gesichtspunkte wurden vorgestellt und waren Mittelpunkt der Diskussionen. Können Brownfield-Entwicklungen der vermeintlichen Flächenknappheit entgegenwirken? Die Antwort ist ja, jedoch wird hier eine mangelnde Transparenz beanstandet und nach einem Brownfield-Kataster verlangt. Denn viele Kommunen sind sich nicht im Klaren, welche Flächenpotenziale in ihren Gemeinden schlummern. Neben der mangelnden Transparenz sehen Projektentwickler versteckte Risiken in den Flächen, die die Kosten eines Projekts schnell in die Höhe treiben können.

Grundsätzlich ist sich die Branche einig: Neben der Entwicklung von Brachflächen und dem nachhaltigen sowie ressourcenschonenden Betrieb der Gebäude muss auch das Bauen nachhaltiger werden. Ein Ansatz, der im letzten Jahr stark an Bedeutung gewonnen hat, ist das Cradle-to-Cradle Prinzip. Es verfolgt das Denken in Kreisläufen und versteht Immobilien als „Rohstofflager“. Beim Bau sollen gesunde Rohstoffe verwendet und Materiallisten geführt werden, um nach Ablauf des Lebenszyklus die Wiederverwendung der Ressourcen zu ermöglichen. Ziel muss es sein, nahezu alle verbauten Rohstoffe nach Abbruch des Gebäudes dem Rohstoffkreislauf in Form von Recycling oder Downcycling zurückzuführen.

Die Teilnehmenden blicken auf eine erfolgreiche und gelungene Veranstaltung zurück. Neben dem interessanten und abwechslungsreichen Programm freuten sich die Teilnehmenden, nach langer Zeit endlich wieder vor Ort zusammenkommen zu können und sich persönlich über die aktuellen Branchenthemen auszutauschen. Gut 80 Teilnehmende trafen sich unter 2G+ Bestimmungen im Hyatt Düsseldorf. Weitere 60 Teilnehmende nutzten die Live-Übertragung im bereitgestellten Onlinestream.

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