Neue Seidenstraße – Alte Handelsroute neu belebt

Neue Seidenstraße – Alte Handelsroute neu belebt

China will mit milliardenschweren Investitionen in Infrastrukturprojekte die Seidenstraße wieder auferstehen lassen. Die Logistikoffensive soll das Reich der Mitte näher an den Rest der Welt anbinden und das Handelswachstum ankurbeln.

Natalie Weber

7

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May

2018

Chinas große Logistikoffensive

Mit dem Bau von Eisenbahnen, Straßen und Pipelines will China die berühmte Handelsroute von Zentralasien bis Europa neu beleben. Das ehrgeizige Konzept läuft unter dem Namen „Belt and Road Initiative“ (BRI). Über einen interkontinentalen Landgürtel (Belt) und ein maritimes Straßennetz (Road) sollen bis zur Mitte dieses Jahrhunderts Logistikstrukturen geschaffen werden, die China besser mit dem Rest der Welt verbinden und das nationale Handelswachstum ankurbeln.

Milliardeninvestitionen in neue Verkehrswege

Bis zu 1.000 Milliarden Dollar lässt sich China die umfassenden Investitionen in Infrastrukturprojekte kosten, die Stück für Stück ein Gesamtnetzwerk ergeben sollen. Der Wirtschaftsgürtel entlang der früheren Handelsrouten soll bis zu 3 Milliarden Menschen und damit den größten Markt der Welt umfassen. Kurzfristig sollen auf diese Weise Überkapazitäten der inländischen Industrie abgebaut werden, langfristiges Ziel ist die Stärkung der geopolitischen Position. Mittlerweile umfasst die Initiative bereits über 70 Länder. Die ersten Abschnitte des neuen Handelskorridors sind bereits fertiggestellt.

Eingangstor nach Europa

Der Startpunkt der 11.000 Kilometer langen Bahnstrecke, die bis in die deutsche Logistikregion Duisburg führt, ist der Güterbahnhof in Chongqing. Ab 2020 sollen auf dieser Strecke bis zu 5.000 Güterzüge pro Jahr verkehren. Chinas Eingangstor nach Europa auf der Seeseite und Drehkreuz im Mittelmeer ist der griechische Hafen Piräus, der im Zuge der Finanzkrise in chinesische Hand gelangte. Von hier aus sollen weitere Korridore nach Mitteleuropa geschaffen werden, um den wirtschaftlichen und politischen Einfluss Chinas in der EU zu stärken.

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