Review 2017: Assetklasse Logistikimmobilie erzielt Rekordwerte

Review 2017: Assetklasse Logistikimmobilie erzielt Rekordwerte

Ein herausragendes Jahr für den deutschen Logistikimmobilienmarkt: Milliardenschwere Portfolio-Deals trieben das Transaktionsvolumen in 2017 auf Rekordniveau. Logistikimmobilien behaupteten sich als drittstärkste Assetklasse hinter Büro und Einzelhandel. Ausländische Investoren dominierten den deutschen Markt. Die Kehrseite: Die Renditen sanken bei der hohen Nachfrage auf ihren Tiefststand.

Natalie Weber

6

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Feb

2018

Das Jahr der Portfolio-Deals

Hintergrund dieses außergewöhnlichen Ergebnisses sind mehrere große Portfoliotransaktionen. Allein diese Plattform-Verkäufe umfassten ein Volumen von über 6 Mrd. Euro, was für ein neues Rekordergebnis ausgereicht hätte. Größter Deal war der Verkauf des Logicor-Portfolios von Blackstone an die China Investment Corporation, bei welchem allein der Deutschlandanteil 2 Mrd. Euro umfasste und somit fast ein Viertel des gesamten Investmentvolumens in der Assetklasse ausmachte.

 

Mega-Deals im Jahr 2017

 

 

Ausländisches Kapital sucht sichere Anlage

Durch die Vielzahl an großen Transaktionen, die auf internationale Marktakteure zurückgegangen sind, erreichte der Anteil ausländischer Investoren über 70%. Der Markt wurde damit stark von internationaler Seite dominiert. Im Vergleich: Der Anteil im Jahr 2016 lag bei unter 40%. Asiatische Investoren waren auf dem deutschen Markt besonders aktiv. Mit dem Kauf mehrerer Immobilien im Rahmen von Portfolio-Deals konnten gleich beachtliche Marktanteile erreicht werden. Ausländische Investoren suchen attraktive Anlagemöglichkeiten, allerdings in einem wirtschaftlich stabilen Umfeld mit kalkulierbarem Risiko. Die Bereitschaft, dafür mehr zu investieren, hat die Kaufpreise deutlich nach oben getrieben.

 

Renditekompression setzt sich fort

Die hohe Marktdynamik hat sich auch bei den Renditen bemerkbar gemacht: Die durchschnittliche Spitzenrendite ist im Jahresverlauf um 50 Basispunkte von 5,00% auf 4,50% gefallen, so stark wie in keiner anderen Assetklasse. Mit einem anhaltenden Abwärtstrend ist auch weiterhin zu rechnen – wenn auch in geringerem Maße. Der nach wie vor bestehende Spread zu den Anlageklassen Büro und Einzelhandel fördert die Nachfrage nach Logistikimmobilieninvestments.

 

Ausblick 2018: Wie wird es weitergehen?

Ein Ende der Erfolgsgeschichte ist für 2018 nicht in Sicht. Deutschland wird mit seiner stabilen Wirtschaftslage weiterhin ein gefragter Markt für Investments bleiben. Durch die bestehende Produktknappheit bei modernen Flächen gewinnen Forward Fundings zukünftig an Bedeutung. Ebenso erweitert sich der Fokus internationaler Investoren auf hochwertige Objekte mit langfristigen Mietverträgen abseits der klassischen Top-Logistikstandorte. Auf Nutzerseite wird der Bedarf an Logistikflächen durch den zunehmenden Online-Handel getrieben, wodurch neue Projektentwicklungen auf den Markt kommen. Dennoch ist in 2018 nicht mit einer Wiederholung eines derart hohen Investmentvolumens zu rechnen, welches durch eine Mehrzahl langfristig geplanter Portfolio-Transaktionen geprägt war. Als realistisch kann ein Volumen von fünf bis sechs Mrd. Euro auf dem Niveau von 2016 eingeschätzt werden.

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