Seidenstraße 2018 – Handeln auf neuen Wegen

Seidenstraße 2018 – Handeln auf neuen Wegen

Die Konferenz zur „Neuen Seidenstraße“ in Nürnberg am 25. Juli 2018 informierte über die Chancen und Herausforderungen des ehrgeizigen Infrastrukturprogramms.

Natalie Weber

26

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Jul

2018

Das Projekt besteht aus zwei Haupttransportrouten: Dem Wirtschaftsgürtel („Belt“), der den Landweg von China über Zentralasien und den Nahen Osten nach Europa beschreibt und dem Seeweg („Road“) von Südchina über Südostasien, Indien, Sri Lanka, Ostafrika nach Europa. Über ein umfassendes Infrastrukturnetzwerk sollen Waren per Straße, Eisenbahn oder Schiff zwischen Asien, Afrika und Europa ausgetauscht werden.

Rund 8.000 Zugfahrten haben in diesem Korridor bereits stattgefunden. Bestehende Herausforderung: Die transportierten Container müssen an der chinesischen Grenze und ein weiteres Mal vor dem Weitertransport in Europa umgeladen werden, da in den Ländern zwischen China und Europa andere Spurbreiten bestehen. Ein immenser Aufwand. Nichtsdestotrotz bietet das Projekt für Deutschland ein enormes Potential durch schnellere und günstigere Transporte und eine mögliche Partizipation an den insgesamt 900 Projekten der Initiative.

Bislang sind in den rund fünf Jahren zwischen 200 und 400 Mrd. USD in das Projekt geflossen. Rund 90% der Aufträge wurden dabei an chinesische Firmen vergeben. Aber viele Ländern entlang der Route wollen ebenso profitieren – auch Deutschland. Auf der Konferenz haben Unternehmensvertreter ihre Erfahrungen und Strategien zur Belt and Road Initiative geschildert und Lösungsansätze diskutiert.

Durch die Anbindung von Standorten an diese Verkehrsrouten und Infrastrukturknotenpunkte ergeben sich Ansiedlungsanreize und auch Standortvorteile für bereits ansässige Logistik-, Handels- und Industrieunternehmen und erhebliche Potentiale zur Steigerung der Attraktivität als Logistikstandort. Beispielsweise verkehrt von Nürnberg aus einmal pro Woche ein Güterzug mit über 50 Containern in das 10.000 km entfernte Chengdu.

Mit solch neuen Verkehrswegen können sich Logistikstrukturen grundlegend verändern und sogar komplett neue Wirtschaftszentren entstehen. Eine Entwicklung, die wir weiter beobachten werden!

‍Staatsminister Franz Josef Pschierer bei der Eröffnung (Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie)

Mehr zum Hintergrund des Megaprojekts erfahren Sie auch in unserem Blogbeitrag „Neue Seidenstraße – Alte Handelsroute neu belebt“.

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