Welche Logistikimmobilien braucht die Innenstadtversorgung?

Welche Logistikimmobilien braucht die Innenstadtversorgung?

Der wachsende E-Commerce lässt die Logistik näher an die Konsumenten heranrücken. Denn für eine schnellere und effizientere Belieferung sind andere Logistiksysteme und andere Immobilientypen erforderlich.

Natalie Weber

13

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Apr

2018

Logistik rückt näher zum Kunden heran

Durch den wachsenden Online-Handel in Verbindung mit immer kürzeren Lieferzeiten rückt die Logistik weiter und weiter an die Konsumenten heran. Notwendigerweise, denn für Same-Day- oder sogar Same-Hour-Belieferungen sind andere Logistiksysteme als bisher erforderlich. Auf der Suche nach innerstädtischen Standorten für Verteilzentren steht die Logistik im harten Wettbewerb mit anderen Nutzungen wie Wohnen, stationärem Einzelhandel und Büro.

Citylogistik-Immobilien ≠ klassische Logistikimmobilien

Nach wie vor weisen Logistikimmobilien tendenziell größere Flächenausmaße auf und befinden sich am Stadtrand oder in der Peripherie mit sehr guter Infrastrukturanbindung. Hier unterscheiden sich die Anforderungen der Citylogistik deutlich: Ein vergleichsweise hoher Personalbedarf auf kleineren Flächen an zentralen Standorten möglichst in Innenstadtlage geht einher mit einem hohen Anspruch an Flexibilität. Die Mietansätze liegen in solchen Lagen weit ab vom aktuellen Niveau klassischer Logistikimmobilien. Doch hier zeichnet sich bereits ein Umdenken ab, höhere Preise werden zunehmend akzeptiert, um schneller beim Kunden zu sein.

Flächenmangel erfordert innovative Lösungen

Gerade Ballungszentren mit einer geringen Flächenverfügbarkeit weisen ein hohes Sendungsaufkommen auf. Im Umgang mit der Flächenproblematik sind innovative Lösungen gefragt. Ein Ansatz sind neue Nutzungen in bestehenden Immobilien, beispielsweise die Umnutzung freistehender Retailflächen. Auch durch Mehrgeschossigkeit kann auf kleineren Grundstücken möglichst viel Nutzfläche realisiert werden. Eine Herausforderung für die Logistik, bei der effiziente Prozesse im Vordergrund stehen.

Immobilientypen für die Innenstadtversorgung

Für Immobilien, die den Anforderungen der innerstädtischen Versorgung und der unterschiedlichen Nutzer entsprechen, gibt es derzeit noch kein genaues Profil. Je nach Standort und Funktion ist von unterschiedlichen Immobilientypen für die Citylogistik auszugehen, die in mehreren Stufen aufeinander folgen und mit abnehmender Größe jeweils näher in die Städte vorrücken. Zentrallager versorgen nachgelagerte Fulfillment-Center in Stadtrandlagen, die darauffolgend kleinflächige Mikrodepots für die feinräumige Verteilung in der Innenstadt beliefern. Mikrodepots als kleinste Einheit können dabei in Parkhäusern, Ladenflächen, Büros, Containern oder U-Bahn-Stationen positioniert sein.

Konstruktiver Austausch als Erfolgsfaktor

Wichtig für Lösungen auf der letzten Meile ist eine flächendeckende Verteilung, um nah bei den Konsumenten zu sein. Dies erfordert sowohl in Bezug auf den Lieferverkehr als auch die Realisierung der innerstädtischen Standorte eine konstruktive Beteiligung aller Stakeholder, insbesondere der KEP-Dienstleister und der öffentlichen Hand.

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